Mit rund 250 Gästen haben der Handelsverband Nordrhein-Westfalen (HV NRW) und der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband (REHDV) am Montag, 16. März, ihren traditionellen Jahresempfang gefeiert. Die Veranstaltung fand zum zweiten Mal im Hotel Intercontinental an der Königsallee, mitten im Herzen der Einkaufsstadt Düsseldorf, statt.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans warb als Gastredner für einen engen Dialog zwischen Finanzpolitik und Handel. „Eine Finanz- und Steuerpolitik, die für Gerechtigkeit sorgt, liegt auch im ureigenen Interesse des Handels. Handel braucht eine intakte Verkehrsinfrastruktur und ausbildungsfähige junge Menschen. Beides gibt es nicht zum Nulltarif, sondern nur in einem solide finanzierten Gemeinwesen. Handel braucht kaufkraftstarke Kunden. Die gibt es umso weniger, je mehr Menschen von ihrem Einkommen gerade einmal das Nötigste bezahlen können. Und Handel braucht fairen Wettbewerb. Es gibt genügend Ansatzpunkte für Handel und Finanzpolitik, im Gespräch zu bleiben, um unseren Wohlstand und unsere Lebensqualität zu sichern.“

 Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, Bojidar Loukarsky, bulgarischer Wirtschaftsminister, Thomas Geisel, Oberbürgermeister Düsseldorf, und Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer Handelsverband NRW und Rheinischer Einzelhandels- und Dienstleistungsverband,

Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, Bojidar Loukarsky, bulgarischer Wirtschaftsminister, Thomas Geisel, Oberbürgermeister Düsseldorf, und Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer Handelsverband NRW und Rheinischer Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. Foto: Marc Tups

Auch der Präsident des Handelsverbandes NRW Michael Radau betonte in seiner Rede, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Handel und Politik ist. Angesichts der Zuwächse im Internethandel und damit einhergehenden Frequenzrückgangen im stationären Handel brauche es Konzepte, damit Innenstädte auch künftig lebendig und attraktiv blieben. Hierbei seien Politik und Verwaltungen gefragt. „Es gibt vieles, worauf Sie segensreich einwirken könnten, aber drei Dinge kann man sich immer gut merken, darum lege ich Ihnen drei Stichpunkte ans Herz: Gesetzgebung beim W-Lan, Pseudo-Trödelmärkte und verkaufsoffene Sonntage“, sagte Radau. Dabei ginge es vor allem darum, gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Radau ermahnte die eigene Branche, die Zeichen der Zeit in Bezug auf die Digitalisierung zu erkennen und aufzuwachen. Um künftig erfolgreich zu handeln, sollten sich die stationären Händler auf ihre Stärken konzentrieren. „Setzen Sie konsequenter auf Beratung, laden Sie zielgruppenorientiert ein, stellen Sie individuelle Outfits für Ihre Kunden zusammen oder bieten Verkostungen an, halten Sie Rezepte bereit, liefern Sie aus, was schwer oder unbequem zu tragen ist. Lebenshilfe in jeder Form wird durch Wiederkommen honoriert.“ Zudem appellierte Radau an die Branche, richtungsweisende Projekte zu initiieren, die das Vertrauen der Verbraucher und der Gesellschaft in den Einzelhandel stärken. „Der stationäre Handel ist einer der größten Arbeitgeber, er bringt Leben in die Stadt und den Menschen Lebensqualität. Aber sein Image ist leider nicht von dieser gesellschaftlichen Relevanz geprägt“, sagte Radau. Um dies zu ändern, schlug er beispielsweise vor, ein handelseigenes komfortables elektronisches Bezahlsystem aufzubauen. Außerdem warb er dafür, auch außerhalb des Lebensmittelhandels auf die Abgabe kostenloser Plastiktüten zu verzichten.

Begrüßte die Gäste: Friedrich G. Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes. Foto: Marc Tups

Begrüßte die Gäste: Friedrich G. Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes. Foto: Marc Tups

Der Vorsitzende des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes, der Düsseldorfer Bürgermeister Friedrich G. Conzen freute sich in seiner Ansprache darüber, in diesem Jahr eine Delegation aus Bulgarien rund um den Wirtschaftsminister des Landes, Bojidar Loukarsky,begrüßen zu dürfen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung war mit NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans prominent vertreten. Zu den Gästen des Jahresempfangs, zu dem die beiden Handelsverbände traditionell seit vielen Jahrzehnten einladen, zählten neben vielen Abgeordneten der Parlamente, Bürgermeistern, Vertretern des diplomatischen Korps und der Kommunalpolitik sowie Führungskräften des Handels u.a. auch der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel, der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau, die Regierungspräsidentin Anne Lütkes sowie der Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Durch den Abend führte die aus Funk und Fernsehen bekannte WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Schlagzeuger Chris Mohrhenn und die Sängerin Anna.Luca als das Duo „Anna.Luca et Monsieur Batterie“.

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